Serienmord & Wahnsinn

Wahre FĂ€lle. Wahre TĂ€ter. Wahnsinn pur.
Â đŸŽ™ïž Serienmord & Wahnsinn 

Tauche ein in die dunkelsten Tiefen der menschlichen Seele.
 In „Serienmord & Wahnsinn“ geht es um reale Verbrechen, die kaum zu begreifen sind – um Serienmörder, deren Namen sich unauslöschlich in die Geschichte eingebrannt haben, und um FĂ€lle, die bis heute verstören, erschĂŒttern und faszinieren. 

In jeder Episode rekonstruieren wir wahre KriminalfĂ€lle, beleuchten die Tatorte, die Opfer und die TĂ€ter. Wir analysieren Motive, Muster und Wahnsinn – und stellen die Frage: Was treibt einen Menschen dazu, zum Monster zu werden? 

Hier geht es nicht nur um Blut und Verbrechen, sondern um Psychologie, Macht, Obsession und Dunkelheit.
 Um das Böse – und das, was es in uns allen spiegelt. 

Ob berĂŒchtigte Serienkiller, ungelöste Mordserien oder außergewöhnliche EinzelfĂ€lle –
 hier hörst du die Geschichten hinter den Schlagzeilen. 

Authentisch. Schonungslos. Faszinierend. 

👉 Serienmord & Wahnsinn – Wahre FĂ€lle. Wahre TĂ€ter. Wahnsinn pur.
Der True-Crime-Podcast fĂŒr alle, die das Unfassbare verstehen wollen. 




HINWEIS: Der Podcast ist mithilfe von kĂŒnstlicher Intelligenz erstellt!


Der Hillside Strangler: Der Mann, der hinter dem Namen verschwand

Angelo Buono, Kenneth Bianchi und die Mordserie, die Los Angeles in Angst versetzte

16.09.2026 12 min

Am Morgen des 18. Oktober 1977 lag an einer Straße in Los Angeles der Körper einer jungen Frau im GebĂŒsch. Die Stadt war riesig, laut und rastlos, doch an diesem Ort war es still. Die Frau war tot, ihr Körper war zurĂŒckgelassen worden, als sollte er gefunden werden. Sie war die 19-jĂ€hrige Yolanda Washington. 

Noch wusste niemand, dass ihr Tod der Beginn einer Mordserie war, die Los Angeles innerhalb weniger Monate verĂ€ndern wĂŒrde. 

Die Polizei suchte zunĂ€chst nach einem TĂ€ter. Die Öffentlichkeit bekam einen Namen, der bald in Zeitungen und Fernsehnachrichten auftauchte: der „Hillside Strangler“. Die Vorstellung war zunĂ€chst die eines einzelnen Mannes, der nachts durch die Stadt fuhr, junge Frauen auswĂ€hlte, sie ĂŒberwĂ€ltigte und ihre Leichen an HĂ€ngen zurĂŒckließ. 

Doch hinter diesem Namen verbargen sich zwei MÀnner. 

Einer von ihnen war Angelo Buono Jr., ein 44-jĂ€hriger Autopolsterer aus Glendale. Der andere war sein jĂŒngerer Cousin Kenneth Bianchi. Zwischen Oktober 1977 und Februar 1978 wĂŒrden zehn junge Frauen und MĂ€dchen Opfer ihrer Gewalt werden. Ihre Altersspanne reichte von zwölf bis 28 Jahren. 

Und lange Zeit ahnte niemand, dass die beiden MĂ€nner, die fĂŒr die Morde verantwortlich waren, nicht irgendwo im Verborgenen lebten. Sie bewegten sich mitten in der Gesellschaft. 

Ein unauffÀlliger Mann 

Angelo Buono war kein Mann, der auf den ersten Blick wie ein Serienmörder wirkte. Er arbeitete als Autopolsterer und betrieb sein GeschÀft in Glendale. Er hatte sich auf aufwendige Innenausstattungen spezialisiert und arbeitete auch an Fahrzeugen, die mit Persönlichkeiten aus dem ShowgeschÀft in Verbindung standen. 

Buono war ein Schulabbrecher, verheiratet gewesen und Vater mehrerer Kinder. Nach außen fĂŒhrte er ein Leben, das in das alltĂ€gliche Bild einer amerikanischen Großstadt passte. Er arbeitete, fuhr Auto, kannte Menschen in seiner Umgebung und besaß ein Haus. 

Doch hinter dieser Fassade lagen Eigenschaften, die spÀter im Zusammenhang mit den Morden eine andere Bedeutung bekommen sollten. Zeitgenossen beschrieben ihn als dominant, vulgÀr und frauenfeindlich. Er hatte Verbindungen zum Prostitutionsmilieu und stellte sich gern als Frauenheld dar. 

1976 kam sein Cousin Kenneth Bianchi nach Los Angeles. Bianchi war deutlich jĂŒnger, wirkte gepflegter und hatte Ambitionen, im Sicherheits- oder Polizeiumfeld zu arbeiten. Er hatte den Wunsch, Polizist zu werden, und verstand es, nach außen einen seriösen Eindruck zu vermitteln. 

Zwischen den beiden entstand eine enge Beziehung. 

SpĂ€ter wĂŒrden Ermittler und StaatsanwĂ€lte versuchen zu verstehen, wie aus dieser Beziehung eine Partnerschaft in Gewalt werden konnte. Eine eindeutige psychologische ErklĂ€rung fĂŒr ihre Verbrechen gab es nicht. Sicher war jedoch, dass beide MĂ€nner gemeinsam handelten und sich gegenseitig in einer Eskalation von Macht, Kontrolle und Gewalt bestĂ€rkten. 

Die falschen Polizisten 

Ihr Vorgehen war perfide, weil es auf Vertrauen beruhte. 

Buono und Bianchi gaben sich als Polizisten aus. Mit falschen Abzeichen und dem Auftreten von Beamten konnten sie Frauen glauben machen, sie hĂ€tten es mit einer offiziellen Kontrolle zu tun. FĂŒr die Opfer bedeutete das, dass Widerstand zunĂ€chst nicht zwingend erschien. 

Die beiden konnten sie in ein Fahrzeug bringen und anschließend zu Buonos Anwesen beziehungsweise in seine Autowerkstatt fĂŒhren. 

Dort begann die Gewalt. 

Die Opfer wurden sexuell missbraucht, gefesselt und misshandelt. Anschließend wurden sie getötet. In den meisten FĂ€llen war Strangulation die Todesursache. Danach transportierten die TĂ€ter die Leichen an abgelegene oder öffentlich sichtbare Stellen in den HĂŒgeln rund um Los Angeles. 

Die Körper wurden teilweise so zurĂŒckgelassen, dass sie von anderen Menschen entdeckt werden mussten. 

Damit entstand ein Muster. 

Und mit jedem neuen Fund wuchs die Angst. 

Zehn Tote in vier Monaten 

Nach Yolanda Washington folgte am 31. Oktober 1977 die 15-jÀhrige Judith Lynn Miller. 

Miller war noch ein Teenager. Ihr Tod zeigte, dass die Opfer nicht einem klar erkennbaren Profil entsprachen, das der Öffentlichkeit Sicherheit hĂ€tte geben können. 

Dann wurde Lissa Kastin getötet, eine 21-jÀhrige Frau, die als Kellnerin und TÀnzerin gearbeitet hatte. 

Am 9. November verschwand die 28-jÀhrige Jane King. Ihre Leiche wurde erst spÀter entdeckt. 

Wenige Tage danach traf es zwei MÀdchen. 

Dolores Cepeda war zwölf Jahre alt, Sonja Johnson 14. Beide wurden im November 1977 getötet. Ihre Leichen wurden gemeinsam in der NÀhe des Dodger Stadium gefunden. 

FĂŒr die Ermittler war dieser Fund ein Wendepunkt. Zwei junge SchĂŒlerinnen waren tot. Die Opfer waren nicht lĂ€nger nur einzelne FĂ€lle, die möglicherweise keinen Zusammenhang hatten. Die Polizei sah sich mit einer Serie konfrontiert. 

Los Angeles begann, sich zu fĂŒrchten. 

Junge Frauen gingen nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr allein nach Hause. Eltern wurden nervös, wenn ihre Töchter unterwegs waren. Jede weitere Nachricht ĂŒber eine gefundene Leiche verstĂ€rkte den Eindruck, dass ein unbekannter TĂ€ter die Stadt kontrollierte. 

Die Jagd nach einem Phantom 

Die Polizei stand vor einem Problem, das SerienmörderfĂ€lle besonders gefĂ€hrlich machte: Die TĂ€ter hatten zunĂ€chst kaum etwas hinterlassen, das direkt zu ihnen fĂŒhrte. 

Die Leichen waren an verschiedenen Orten gefunden worden. Die Opfer unterschieden sich in Alter und Lebenssituation. Die TÀter hatten versucht, Spuren zu beseitigen. 

Die Ermittler mussten deshalb aus einzelnen Tatorten ein gemeinsames Muster zusammensetzen. 

Eine große Sonderermittlung wurde eingerichtet. Schließlich waren mehr als 160 Beamte an der Suche beteiligt. Hunderte Hinweise gingen ein. 

Doch der Name des TÀters blieb ein Phantom. 

Die Medien verstÀrkten die Angst. Die wöchentlichen Pressekonferenzen der Polizei wurden zu einem festen Bestandteil des öffentlichen Lebens. Jede neue Leiche erzeugte neue Schlagzeilen. 

Der Begriff „Hillside Strangler“ setzte sich durch. 

Dabei beruhte er auf einer falschen Annahme. 

Es war kein einzelner TÀter. 

Kristina Weckler 

Eine der ungewöhnlichsten Taten war der Mord an der 20-jÀhrigen Kunststudentin Kristina Weckler im November 1977. 

Die TĂ€ter hatten unterschiedliche Methoden ausprobiert. Bei Weckler wurde Gas eingesetzt. Kenneth Bianchi beschrieb spĂ€ter, wie die Tat durchgefĂŒhrt worden sei. 

Doch Bianchis Aussagen waren ein Problem. 

Er war der einzige Mensch, der Buono unmittelbar mit den Morden in Verbindung brachte. 

Und Bianchi war alles andere als ein zuverlÀssiger Zeuge. 

Das sollte Jahre spĂ€ter zu einer der grĂ¶ĂŸten juristischen Herausforderungen des gesamten Falls werden. 

Die letzten Opfer 

Ende November wurde die 18-jĂ€hrige Lauren Wagner getötet. Sie war SchĂŒlerin an einem Business College und wurde weniger als einen HĂ€userblock von ihrem Elternhaus entfernt entfĂŒhrt, als sie von ihrem Freund zurĂŒckkam. 

FĂŒr die Öffentlichkeit war das besonders erschreckend. 

Wenn eine junge Frau praktisch vor der HaustĂŒr ihrer Familie verschwinden konnte, schien kein Ort mehr sicher. 

Am 13. Dezember 1977 wurde die 17-jÀhrige Kimberly Martin getötet. 

Dann verstummte die Mordserie plötzlich. 

FĂŒr Wochen gab es keinen weiteren bekannten Fall. 

Doch im Februar 1978 kehrte die Gewalt zurĂŒck. 

Cindy Lee Hudspeth war 20 Jahre alt. Sie wurde am 16. Februar getötet. Ihr Tod war das Ende der Serie, die Los Angeles ĂŒber Monate terrorisiert hatte. 

Danach hörten die Morde auf. 

Nicht, weil die Polizei Buono und Bianchi gefasst hatte. 

Sondern weil sich die beiden MÀnner voneinander entfernten. 

Der Bruch 

Kenneth Bianchi verließ Kalifornien und zog nach Washington State. 

Dort schien zunĂ€chst ein neues Leben möglich. Er suchte Arbeit und bewarb sich unter anderem im Polizeiumfeld. Schließlich arbeitete er als Sicherheitsmann. 

Doch seine Vergangenheit holte ihn ein. 

Im Januar 1979 wurden in Bellingham zwei junge Frauen ermordet. Die Ermittler erkannten Parallelen zu den Verbrechen in Kalifornien. 

Bianchi geriet ins Visier der Polizei. 

Er wurde festgenommen. 

Nun begann sich der Fall zu drehen. 

Die Geschichte von „Steve“ 

Bianchi wusste, dass ihm eine Verurteilung drohte. ZunÀchst versuchte er, eine psychische Erkrankung vorzutÀuschen. 

Er behauptete, an einer multiplen Persönlichkeit zu leiden. FĂŒr die Morde, so seine Geschichte, sei eine andere Persönlichkeit verantwortlich gewesen: ein Mann namens „Steve“. 

Die Ermittler ließen sich nicht dauerhaft ĂŒberzeugen. 

Psychiatrische Untersuchungen fĂŒhrten zu dem Ergebnis, dass Bianchi seine Symptome vortĂ€uschte. 

Damit brach seine Verteidigung zusammen. 

Nun blieb ihm eine andere Möglichkeit. 

Er konnte sprechen. 

Bianchi gestand schließlich seine Beteiligung an den Morden in Los Angeles und nannte Angelo Buono als seinen Partner. 

FĂŒr die Ermittler war es der Durchbruch, auf den sie fast zwei Jahre gewartet hatten. 

FĂŒr Buono begann damit der Weg vom unauffĂ€lligen Autopolsterer zum Angeklagten in einem der spektakulĂ€rsten Mordprozesse der amerikanischen Rechtsgeschichte. 

Der Mann, der alles bestritt 

Am 22. Oktober 1979 wurde Angelo Buono in seinem Autopolsterbetrieb in Glendale festgenommen. 

Er bestritt die VorwĂŒrfe. 

Buono behauptete, nicht der Mann zu sein, den Bianchi aus ihm machte. Seine Verteidiger griffen genau dort an, wo die Ermittler am verwundbarsten waren: bei Bianchis GlaubwĂŒrdigkeit. 

Denn Bianchi hatte seine Aussagen mehrfach verÀndert. 

Mal behauptete er, sich an bestimmte Taten zu erinnern. Dann erklĂ€rte er, er wisse nicht, ob er ĂŒberhaupt dabei gewesen sei. Seine Erinnerungen erschienen widersprĂŒchlich und teilweise lĂŒckenhaft. 

Das Problem war offensichtlich. 

Ein Mann, der selbst sieben Morde gestanden hatte und nur deshalb der Todesstrafe entging, weil er gegen seinen Cousin aussagte, war kein neutraler Zeuge. 

Die Staatsanwaltschaft brauchte mehr. 

Die Spurensuche 

Die Ermittler fanden schließlich unabhĂ€ngige Hinweise. 

Fasern aus Teppichen und Polstermaterialien, die an zwei Leichen entdeckt worden waren, konnten mit Material aus Buonos Haus beziehungsweise seiner Werkstatt in Verbindung gebracht werden. 

Es gab Zeugen, die Buono und Bianchi in Situationen gesehen hatten, die zu den Aussagen Bianchis passten. 

Eine Frau berichtete, die beiden MÀnner hÀtten sich in Hollywood als Polizisten ausgegeben. Eine weitere Zeugin schilderte, wie sie beobachtet habe, dass zwei MÀnner versuchten, eine Frau in ein Fahrzeug zu zwingen. 

Das bedeutete nicht, dass jeder einzelne Beweis Buono unmittelbar mit einem bestimmten Mord verband. 

Aber StĂŒck fĂŒr StĂŒck entstand ein Bild. 

Die Staatsanwaltschaft wollte zeigen, dass Bianchis Aussagen nicht isoliert betrachtet werden durften, sondern durch unabhĂ€ngige Beweise gestĂŒtzt wurden. 

Genau das sollte spÀter entscheidend werden. 

Ein Prozess droht zu scheitern 

Der juristische Weg war ungewöhnlich. 

Die Staatsanwaltschaft von Los Angeles County wollte den Fall zunÀchst nicht weiterverfolgen. Bianchis wechselnde Aussagen erschienen den zustÀndigen AnklÀgern zu problematisch. 

Der zustÀndige Richter Ronald George lehnte jedoch den Antrag ab, die Anklage fallen zu lassen. 

Damit stand der Fall vor einer außergewöhnlichen Wendung. 

Die kalifornische Generalstaatsanwaltschaft ĂŒbernahm die Strafverfolgung. 

Roger Boren und Michael Nash wurden mit der Aufgabe betraut, den Fall gegen Buono aufzubauen. 

Es war ein Verfahren, das enorme Mengen an Material umfasste. 

Die Staatsanwaltschaft prĂ€sentierte 1.198 BeweisstĂŒcke und ließ 250 Zeugen aussagen. Der Prozess sollte sich ĂŒber Jahre hinziehen. 

Sechs Monate fĂŒr einen Zeugen 

Im Mittelpunkt stand Kenneth Bianchi. 

Er war gleichzeitig TÀter, GestÀndiger und Kronzeuge. 

Seine Aussagen waren fĂŒr die Anklage von enormer Bedeutung. Doch sie waren widersprĂŒchlich genug, um die Verteidigung immer wieder ansetzen zu lassen. 

WÀhrend seiner Aussage schilderte Bianchi die Vorgehensweise der beiden MÀnner. Er sagte aus, dass sie sich als Polizisten ausgegeben und Frauen mit falschen Abzeichen getÀuscht hÀtten. 

Doch bei den konkreten Tötungen zeigte sich seine Erinnerung hĂ€ufig bruchstĂŒckhaft. 

In einem besonders umstrittenen Teil seiner Aussage erklÀrte Bianchi, wie Kristina Weckler getötet worden sei. Die Verteidigung griff die Darstellung sofort an und stellte die medizinische PlausibilitÀt einzelner Angaben infrage. 

FĂŒr die Verteidigung war die Botschaft klar: Wenn Bianchi sich bei wichtigen Details irrte oder log, warum sollte man ihm bei Buonos Beteiligung glauben? 

Die Staatsanwaltschaft musste deshalb beweisen, dass der Fall nicht allein auf Bianchis Wort beruhte. 

Die Verteidigung von Angelo Buono 

Buono blieb bei seiner Unschuld. 

Seine Verteidiger argumentierten, Bianchi könne der alleinige TĂ€ter gewesen sein. Buono habe lediglich einen bequemen SĂŒndenbock dargestellt, nachdem Bianchi in Washington festgenommen worden war. 

Die Verteidigung verwies auf das Fehlen eines eindeutigen einzelnen Beweises, der Buono als Mörder identifizierte. 

Auch die Aussage eines wichtigen Zeugen war nicht ohne Probleme. 

Markust Camden behauptete, Buono in der Nacht des Mordes an Judith Miller gesehen zu haben. Doch Camden rĂ€umte ein, in der Vergangenheit gegenĂŒber Behörden gelogen zu haben und psychische Probleme gehabt zu haben. 

Damit wurde auch diese Aussage angreifbar. 

Der Prozess war inzwischen zu einem Kampf um GlaubwĂŒrdigkeit geworden. 

Ein Gerichtssaal, der kein Ende nahm 

Die Jury hatte nicht nur Zeugenaussagen und BeweisstĂŒcke zu bewerten. Die Dimension des Verfahrens machte den Prozess selbst zu einem Ereignis. 

Die Geschworenen wurden zu verschiedenen Orten gefĂŒhrt, die mit den Verbrechen in Verbindung standen. Sie sahen die Stellen, an denen Opfer verschwunden oder Leichen gefunden worden waren. 

Im Gerichtssaal wurden Fotografien der Tatorte und der Opfer gezeigt. 

Mehr als 400 Zeugen sollten im Verlauf des Verfahrens gehört werden. 

Der Prozess begann mit der Auswahl der Geschworenen im November 1981. Die Jury-Auswahl allein dauerte mehrere Monate. 

Dann folgte die eigentliche Beweisaufnahme. 

Monat um Monat wurde die Geschichte der zehn jungen Frauen rekonstruiert. 

FĂŒr die Angehörigen bedeutete das, dass ihre Verluste immer wieder öffentlich ausgebreitet wurden. 

Neun SchuldsprĂŒche 

Am 31. Oktober 1983 fiel der erste Schuldspruch. 

Buono wurde wegen des Mordes an Lauren Wagner verurteilt. 

In den folgenden Wochen kamen weitere Urteile hinzu. 

Die Jury befand ihn schließlich in neun MordfĂ€llen fĂŒr schuldig. 

Nur beim Mord an Yolanda Washington wurde er freigesprochen. 

Damit stand fest: Angelo Buono wĂŒrde wegen neun Morden verurteilt werden. 

Doch nun musste die Jury noch ĂŒber sein Schicksal entscheiden. 

Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe als mögliche Strafe im Raum stehen. 

Die Jury entschied sich dagegen. 

Buono wurde zu neun gleichzeitig zu verbĂŒĂŸenden lebenslangen Freiheitsstrafen ohne Möglichkeit einer BewĂ€hrung verurteilt. 

Richter Ronald George machte deutlich, wie außergewöhnlich er die Verbrechen bewertete. Nach seiner Auffassung gehörten die TĂ€ter fĂŒr den Rest ihres Lebens hinter Gitter. 

Buono wĂŒrde das GefĂ€ngnis nicht mehr verlassen. 

Ein Urteil, das juristisch umkÀmpft blieb 

Der Fall war damit nicht endgĂŒltig beendet. 

Buonos Verteidigung legte Berufung ein und griff unter anderem die Verwendung von Bianchis Aussagen an. 

Das Berufungsgericht bestÀtigte 1988 die Verurteilungen. 

Die Richter kamen zu dem Schluss, dass Bianchis Aussagen durch unabhĂ€ngige Beweise ausreichend gestĂŒtzt worden seien. Damit war ein zentraler Angriff der Verteidigung zurĂŒckgewiesen. 

Das Gericht verÀnderte lediglich einzelne rechtliche Feststellungen im Zusammenhang mit den besonderen MordumstÀnden. 

Der Schuldspruch blieb bestehen. 

Ein Name, der die Stadt verÀnderte 

Die Hillside-Strangler-Morde waren lÀngst mehr als ein Strafverfahren. 

Sie hatten das Verhalten einer ganzen Stadt beeinflusst. 

Frauen hatten Angst, nachts allein unterwegs zu sein. Eltern warteten auf ihre Töchter. Jede Nachricht ĂŒber eine weitere Leiche schien zu bestĂ€tigen, dass die Gefahr weiterhin irgendwo zwischen den Straßen, HĂŒgeln und Vororten von Los Angeles lauerte. 

Die Ermittler standen unter enormem Druck. 

Die Mordserie gehörte zu den meistbeachteten KriminalfĂ€llen Kaliforniens in den spĂ€ten 1970er-Jahren. Die Medien machten aus dem unbekannten TĂ€ter eine Figur, die fast mythische ZĂŒge annahm. 

Doch der Begriff „Hillside Strangler“ verdeckte eine wichtige Tatsache. 

Es gab keinen einzelnen geheimnisvollen Mann. 

Es gab zwei MÀnner. 

Und einer von ihnen hatte jahrelang ein scheinbar gewöhnliches Leben gefĂŒhrt. 

Was von den Opfern blieb 

Hinter dem Namen „Hillside Strangler“ standen zehn Menschen. 

Yolanda Washington war 19 Jahre alt. 

Judith Lynn Miller war 15. 

Lissa Kastin war 21. 

Jane King war 28. 

Dolores Cepeda war zwölf. 

Sonja Johnson war 14. 

Kristina Weckler war 20. 

Lauren Wagner war 18. 

Kimberly Martin war 17. 

Cindy Lee Hudspeth war 20. 

Sie waren keine Aktennummern und keine Figuren in einem Kriminalfall. Sie hatten Familien, Freunde, PlÀne und alltÀgliche Leben. 

Die Berichterstattung ĂŒber die Mordserie konzentrierte sich zwangslĂ€ufig auf die TĂ€ter und die Suche nach ihnen. Doch die Geschichte begann nicht mit Angelo Buono und Kenneth Bianchi. 

Sie begann mit zehn Frauen und MÀdchen, deren Leben gewaltsam beendet wurde. 

Das Ende von Angelo Buono 

Buono verbrachte den Rest seines Lebens im GefÀngnis. 

Er zeigte nach seiner Verurteilung keine Bereitschaft, seine Rolle so anzuerkennen, wie sie das Gericht festgestellt hatte. Bis zuletzt blieb der Fall von seiner Behauptung geprÀgt, zu Unrecht verurteilt worden zu sein. 

Am 21. September 2002 starb Angelo Buono im Alter von 67 Jahren im Calipatria State Prison. 

GefĂ€ngnisbeamte gingen von einem natĂŒrlichen Tod aus. Buono hatte in der Vergangenheit Herzprobleme gehabt; Anzeichen fĂŒr eine Gewalteinwirkung wurden nicht festgestellt. 

Der Mann, der gemeinsam mit Bianchi eine Stadt in Angst versetzt hatte, starb allein in seiner GefÀngniszelle. 

Der Schatten des Falls 

Kenneth Bianchi blieb ebenfalls im GefĂ€ngnis. Seine Aussagen hatten Buono hinter Gitter gebracht, doch Bianchi selbst war lĂ€ngst als TĂ€ter ĂŒberfĂŒhrt. 

Damit blieb eine verstörende Ironie dieses Falles bestehen. 

Die Ermittler hatten den „Hillside Strangler“ zunĂ€chst als einzelnen TĂ€ter gesucht. Erst Jahre spĂ€ter wurde deutlich, dass die Mordserie aus der Verbindung zweier MĂ€nner entstanden war. 

Die entscheidende Spur kam nicht aus einem spektakulÀren forensischen Durchbruch. 

Sie kam aus dem Zusammenbruch eines der TÀter. 

Bianchi wurde wegen anderer Morde gefasst. Er versuchte, sich mit einer erfundenen psychischen Störung zu retten. Als diese TÀuschung scheiterte, begann er zu reden. 

Seine Aussagen waren widersprĂŒchlich, teilweise unglaubwĂŒrdig und juristisch gefĂ€hrlich. 

Aber sie fĂŒhrten die Ermittler zu Angelo Buono. 

Und dort warteten die Spuren, die Bianchis Geschichte stĂŒtzen konnten. 

Was bleibt 

Der Fall Angelo Buono ist deshalb bis heute bemerkenswert, weil er mehrere Seiten der amerikanischen Strafjustiz sichtbar machte: die Grenzen menschlicher Erinnerung, die Schwierigkeiten bei der Verfolgung von Serienmorden, die Bedeutung von Zeugenaussagen und die Macht unabhÀngiger Indizien. 

Er zeigte auch, wie gefÀhrlich ein TÀter sein konnte, der nicht wie ein Monster aussah. 

Buono war kein Fremder, der aus dem Dunkeln kam und anschließend wieder verschwand. 

Er hatte eine Werkstatt. 

Ein Haus. 

Familienangehörige. 

Kunden. 

Ein alltÀgliches Leben. 

Und genau darin lag ein Teil des Schreckens. 

WĂ€hrend Los Angeles nach einem unbekannten Mörder suchte, lebte der Mann, der spĂ€ter fĂŒr neun der zehn angeklagten Morde verurteilt werden sollte, mitten in dieser Stadt. 

Die HĂŒgel von Los Angeles wurden damals zu Symbolen der Angst. Jahrzehnte spĂ€ter sind sie vor allem Orte einer Vergangenheit, in der zehn junge Leben ausgelöscht wurden. 

Der Name „Hillside Strangler“ ist geblieben. 

Doch hinter diesem Namen standen nicht die Legende und das Phantom, die die Schlagzeilen einst erschufen. 

Dahinter standen zwei MÀnner. 

Und zehn Opfer, deren Namen nicht vergessen werden sollten. 

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